Die Dashamahavidya-Gottheiten
Die Dashamahavidya-Gottheiten haben oft bestimmte Begleiter oder Gefährten, die als ihre Vehikel, Schutzwesen oder göttlichen Partner auftreten und jeweils eine besondere symbolische Rolle in ihrer Verehrung und Darstellung spielen. Diese Begleiter ergänzen und verstärken die Energien und Aspekte jeder Mahavidya und helfen den Praktizierenden, die spirituelle Bedeutung und die Kraft der jeweiligen Göttin besser zu verstehen.
Hier ist eine Übersicht über die Begleiter und Gefährten der zehn Mahavidyas und die Rollen, die sie einnehmen:
1. Kali
Begleiter: Mahakal (eine Form von Shiva) und oft ein Löwe oder Tiger als Reittier.
Rolle: Mahakal ist der göttliche Partner Kalis und repräsentiert die Unendlichkeit und Überwindung der Zeit, was zu Kalis Rolle als Zerstörerin der Illusion passt. Der Löwe oder Tiger symbolisiert Kalis Mut und unerschrockene Kraft.
2. Tara
Begleiter: Akshobhya (eine Form von Shiva) und eine Leiche als Symbol für Überwindung des Todes.
Rolle: Akshobhya symbolisiert tiefen inneren Frieden und Unerschütterlichkeit. Die Leiche symbolisiert das Ego, das Tara als Göttin des Mitgefühls transzendiert, während sie dem Praktizierenden hilft, über die Angst vor dem Tod hinauszugehen.
3. Tripura Sundari
Begleiter: Kameshwara (eine Form von Shiva).
Rolle: Kameshwara repräsentiert das Göttliche als idealen Liebespartner, wodurch Tripura Sundari als Göttin der Liebe, Schönheit und des Begehrens vervollständigt wird. Die beiden stehen für die spirituelle Vereinigung von Geist und Seele.
4. Bhuvaneshwari
Begleiter: Shiva und ein Löwe oder Tiger als Reittier.
Rolle: Bhuvaneshwari ist die Göttin des Universums und des Raums, und Shiva als Begleiter verstärkt ihre kosmische Natur. Der Löwe oder Tiger symbolisiert ihre Herrschaft und Kraft, das gesamte Universum zu schützen und zu lenken.
5. Bhairavi
Begleiter: Bhairava (eine furchterregende Form von Shiva) und ein Hund als Reittier.
Rolle: Bhairava ist der furchteinflößende Begleiter, der die transformierende und zerstörerische Kraft Bhairavis ergänzt. Der Hund repräsentiert Treue und Schutz, was für die intensive spirituelle Reinigung und Disziplin steht, die Bhairavi symbolisiert.
6. Chhinnamasta
Begleiter: Rati (die Göttin der Lust) und Kamadeva (der Gott der Liebe), oft dargestellt auf einem Reittier wie einem Adler oder einer Leiche.
Rolle: Rati und Kamadeva repräsentieren das Verlangen, das von Chhinnamasta überwunden und geopfert wird, um höhere spirituelle Energien zu entfalten. Die Darstellung der beiden verstärkt die Themen der Selbstaufopferung und des inneren Kampfes gegen das Verlangen.
7. Dhumavati
Begleiter: Eine Krähe und das Symbol einer Leiche oder eines leeren Wagens.
Rolle: Die Krähe ist ein Symbol für Tod, Geheimnisse und spirituelle Transformation. Die Leiche oder der leere Wagen verdeutlicht Dhumavatis Rolle als Göttin der Verwüstung, die durch Verlust und Leid spirituelle Erleuchtung bringt.
8. Bagalamukhi
Begleiter: Shiva oder Vishnu und eine Keule oder ein Nagel als Symbol.
Rolle: Bagalamukhi nutzt ihre Kräfte, um Feinde und negative Energien zu lähmen. Die Keule oder der Nagel ist ein Symbol ihrer Macht, negative Einflüsse zu neutralisieren und die Kontrolle über schädliche Kräfte zu übernehmen.
9. Matangi
Begleiter: Saraswati (die Göttin des Wissens) und ein Papagei als Symboltier.
Rolle: Saraswati ist mit Matangi verbunden, da beide das Wissen, die Künste und den Ausdruck repräsentieren. Der Papagei symbolisiert sprachliche Gewandtheit und Weisheit, die Matangi als Göttin der Sprache und Kreativität fördert.
10. Kamala
Begleiter: Vishnu und ein Elefant oder eine Lotusblume.
Rolle: Vishnu, als ihr göttlicher Partner, stärkt Kamalas Rolle als Göttin des Reichtums und der Fülle. Der Elefant steht für Stabilität und Wohlstand, und der Lotus symbolisiert Reinheit und spirituelles Wachstum inmitten von materiellen Herausforderungen.
Angaben zum Autor dieses Artikels
Kalinath Augadh
Kalinath hat viele Jahre in Indien verbracht und von Gurus verschiedener Traditionen gelernt. Sie wurde in Gujarat von Ajitnath Aghori in die Aghornath-Tradition eingeweiht.
Ihre Weisheit rührt aus dem Leben unter extremen und schwierigen Bedingungen. So lebte sie beispielsweise in einer kleinen Hütte auf Feldern in der Nähe ländlicher Dörfer.
Sie leitet zahlreiche internationale Workshops zu den verschiedensten Themen. Weitere Informationen finden Sie unter dem unten angegebenen Link.